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Manche Leute behaupten, es sei schon Diskriminierung, ein Kind überhaupt ”behindert“ zu nennen. Alle Bemühungen, durch neue Bezeichnungen mehr Akzeptanz zu schaffen, konnten aber bislang nicht verhindern, dass viele Eltern gar kein behindertes Kind haben möchten. Man denke nur an die aktuelle Gerichtsentscheidung aus Frankreich, einen Film über die Liebenswürdigkeit von Kindern mit Down-Syndrom nicht länger im TV zu zeigen, da sich Mütter dadurch gestört fühlen könnten, die ein behindertes Kind abgetrieben haben. Wenn andere Bezeichnungen nicht zu mehr Akzeptanz von Behinderung führen, was denn dann? Wie „normal“ muss Behinderung sein, wie muss man mit ihr umgehen, damit in unserer Gesellschaft und in unseren Schulen alle Kinder angenommen und geschätzt werden? Das ist Thema unseres dritten Interview-Teils mit Prof. Walter Straßmeier, der über 40 Jahre lang als Lehrer und Professor für Sonderpädagogik mit Schülern der verschiedensten Behinderungsarten gearbeitet hat. Profitieren Sie mit uns von seiner Erfahrung!

Folgen Sie unserer Video-Interviewreihe hier oder sehen Sie sich die ganze Playlist mit allen Teilen auf youtube an!

In weiteren Folgen wird es um Frage gehen wie diese:

  • Wie normal muss Behinderung sein?
  • Wovor fürchten sich die Eltern behinderter Kinder?
  • Kann ein Kind, vor dem man sich ekelt, trotzdem liebenswürdig sein?
  • Nützt die Umbenennung in „Intergrationskinder“ oder „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ etc. behinderten Menschen etwas?
  • Welche Lehren kann man aus der Schulpraxis in Japan und Italien ziehen?

Wir finden: In der Debatte um Inklusion sollten mehr erfahrene Pädagogen wie unser Interviewgast gefragt werden, ehe Veränderungen am Reißbrett entworfen werden. Dazu wollen wir einen Beitrag leisten.

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