Beiträge von Erwin Breitenbach

Im Stundenplan einer Grundschulklasse lesen wir: „Montag, 12.15 Uhr bis 13.00 Uhr: Inklusion“. Und zwar „für einzelne Kinder und nur nach Absprache mit den Eltern“, wie eine Fußnote erläutert. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik und verweist auf ein, nunja, eigenwilliges Verständnis von Inklusion, dass in dieser...

„Die Psychologen wissen nicht, was Intelligenz ist, aber sie können sie messen – ha, ha, ha, selten so gelacht!“. Mit solchen oder ähnlichen Sprüchen machen sich Laien, Pädagogen, aber auch Psychologen selbst gerne über die Intelligenz und ihre Erforschung lustig. Sie erwecken damit den Eindruck, es handle...

Wie gut, wie brauchbar und angemessen sind eigentlich die einzelnen Aufgaben oder Items in einem psychologischen Test? Wenn ich in Fortbildungen zum Thema Förderdiagnostik psychologische Tests vorstelle, kann ich sicher sein, dass die ersten kritischen Anmerkungen sich auf die Qualität der Aufgaben oder Items...

Wenn ein neuer psychologischer Test fast fertig ist, wird er nocheinmal anhand von drei großen Gütekriterien geprüft: Er soll objektiv sein, also unabhängig vom Anwender. Er soll reliabel sein, das getestete Merkmal stets verlässlich messen. Und er soll valide sein, also wirklich das messen, was er zu messen...

Zu jedem psychologischen Test gehört ein Testhandbuch, das aus drei Teilen besteht. Im dritten und letzten Teil findet der Leser die vielen nach Altersgruppen geordneten Normtabellen, mit deren Hilfe die erbrachte Testleistung als altersgemäß oder als über- oder unterdurchschnittlich bewertet werden kann. Der...

Die Item-Response-Theorie (IRT) stellt in gewisser Weise eine Antwort auf die Kritik an der Klassischen Testtheorie (KTT) dar. Sie beruht auf strengeren, empirisch überprüfbaren Annahmen. „Item-Response“ meint die Itembeantwortung und weist daraufhin, dass hier der Testwert aus der Beantwortung eines Items ermittelt...

Wie entstehen eigentlich genormte Testverfahren wie Intelligenztests, Rechen- oder Schulleistungstests? Was unterscheidet ein solides Testverfahren von schulischen Prüfungen oder selbst zusammengestellten Aufgaben? Und warum liefert ein Test nie ein „exaktes“, wohl aber ein zuverlässiges Ergebnis? Während viele...

In einer Illustrierten beim Friseur entdeckte ich einen „kleinen Persönlichkeitstest“. Er bestand aus einer Bildreihe unterschiedlicher Sofas und Sessel, versehen mit der Aufforderung, jeweils ein Sofa und einen Sessel auszuwählen. Einige Seiten später wurde ich in der dazugehörigen Auswertung über meine...

Kinder aktiv zu fördern, ist nicht nur wegen der eigentlichen Lerninhalte wie Feinmotorik, Aussprache, rechnerisches Denken etc. sinnvoll. Darüber hinaus machen Kinder bei allem angeleiteten Arbeiten im Kindergarten, ganz egal in welchem Lern- oder Entwicklungsbereich, tiefgreifende Erfahrungen, die ihr gesamtes...

Dass ein zählendes Rechnen ein Irrweg in der Förderung rechenschwacher Kinder ist, bestätigt auch der Mathematikdidaktiker Jens Holger Lorenz in einem aktuellen Fachartikel zum „Fingerrechnen aus didaktischer Sicht“. Obwohl die Finger durchaus ein wichtiges Hilfsmittel im Umgang mit Zahlen in einer bestimmten...